Zutaten für das Hobbybrauen

Wasser

Wasser ist die mengenreichste Zutat im Bier. In Deutschland haben wir das Glück direkt unser Leitungswasser als Hobbybrauer zu benutzen. Allerdings sollte man das Leitungswasser auch genauer begutachten bevor man es zum Brauen benutzt, da Merkmale wie Wasserhärte auch Einfluss auf den Brauprozess haben. Bei den Wasserbetrieben kann man eine Wasseranalyse beantragen. In Berlin zum Beispiel haben wir relativ neutrales aber sehr hartes Wasser. 
Zum Ausgleich von hoher Wasserhärte benutzt man zum Beispiel Sauermalz als Ausgleich.

Wasserqualität in Berlin

Natrium 21 - 67 mg/l
Nitrat 0,6 - 7,2 mg/l
Fluorid 0,13 - 0,69 mg/l
Gesamthärte 14,2 - 20,9 °dH
Karbonithärte 10,1 - 13,2 °dH
Härtebereich hart (3)
pH Wert 7,3 - 7,9


Malz

Malz ist das weit verbreitetste Stärkeprodukt für das Bier brauen. Malz ist vermälztes Getreide. Das Mälzen dient dazu die Stärke zu lösen und das Getreide haltbarer zu machen. Beim Mälzen keimt das Getreide zuerst und wird anschließend je nach gewünschter Malzart (z.B. helles Malz, dunkles Malz oder Karamellmalz) getrocknet bzw. weiterverarbeitet. Die gewonnenen Zucker aus dem Malz werden später bei der Gärung in Alkohol und Kohlensäure umgewandelt. Neben Getreidemalz wird auch mit anderen weniger verbreiteten stärkehaltigen Produkten gebraut, wie zum Beispiel Kartoffeln, Mais oder Reis.

mlazsorten


Hopfen

Der Hopfen ist die Seele des Biers, die Würze der goldenen Suppe, der Zusatz, der Bier zu Bier macht. Egal wie wichtig man Hopfen zum Bier brauen empfindet, der Hopfen dient aufjedenfall erst einmal dazu das Bier haltbarer zu machen. 

Die wichtigen Stoffe für die Brauer im Hopfen sind die ätherischen Öle (Geschmacksstoffe) und die alpha-Säure (Bitterstoffe). Dabei wird Hopfen in Aromahopfen und Bitterhopfen je nach alpha-Säure-Gehalt unterteilt. 

Mittlerweile werden unzählig viele verschiedene Hopfensorten angebaut und auch immer wieder neue Züchtungen entdeckt. Die größten Anbaugebiete in Deutschland sind Hallertau und Tettnang. 

Jeder Hopfen hat seinen eigenen Geschmack und Geruch, wodurch alleine durch Hopfenvariation viele verschiedene Biere entstehen können.

hopfensorten
http://craftbeer-revolution.de/hopfen/hopfensorten/


Bierhefe

Die Hefe verarbeitet bei der Gärung Zucker in Alkohol und Kohlensäure. Man unterscheidet in obergärige und untergärige Hefe bzw. Biere. Untergärige Hefe brauch eine Gärtemperatur von 8-10°C und obergärige Hefe bei 18-22°C. Zusätzlich unterscheiden sich die beiden Hefearten in der Geschmacksprägung des Biers. Obergärige Hefen fügen dem Bier eine zusätzliche Geschmacksnote hinzu, wie zum Beispiel Bananengeschmack im Hefeweizen. Untergärige Hefe fördert keinen prägnanten Geschmack und wird daher für Biere wie zum Beispiel Pils benutzt, die entweder einen malzbetonten oder hopfenbetonten Geschmack haben sollen.

Neben den klassichen zwei Bierhefen, kann Bier auch wildvergoren werden. Die wilde Hefe wird Brettanomyces genannt und wird zum Beispiel für Berliner Weiße und belgische Sauerbiere benutzt. Brett fördert einen ledrigen, sauer und zum Teil fruchtigen Geschmack. Um diesen besonderen Charakter zu bilden, muss wildvergorenes Bier 3-6 Monate lagern.



Weitere Zutaten

In Deutschland beschränken sich die Großbrauereien leider immer noch auf das sogenannte "Reinheitsgebot" und schwören, dass bloß nichts anderes ins Bier soll als Malz, Hopfen, Hefe und Wasser. Industriebier ist allerdings alles andere als 500-Jahre Brautradition. Es wäre ein Armutszeugnis, wenn man das heutige langweilige Industriebier als 500-Jahre lang entwickeltes Bier bezeichnet. Die goldenen vier Zutaten sind die einzigen, die im fertigen Bier auftauchen dürfen. Was allerdings während des Brauverfahrens passiert, wie zum Beispiel Filtration mit Hilfsmitteln, ist egal, sobald alle Zusatzstoff wieder herausgefiltert werden. Zusätzlich ist es zum Beispiel auch möglich ein Pils mit Farbmalzextrakten dunkel zu färben und dann als Schwarzbier zu verkaufen. Und das die Industriebiere geschmacklich nichts zu bieten haben, sieht man spätestens daran das Biermixgetränke wie Radler entstanden sind, um das Bier der großen Masse schmackhaft zu machen.

Meiner Meinung nach sollte man seinem Bier alles zufügen können, solange die Zutat natürlich und geschmacksfördernd ist. Weitere Zutaten für ein Bier während danach zum Beispiel jegliche Früchte, Kakao, Kaffee, Milchzucker, Gewürze, Kräuter und vieles mehr. Das diese Biere geschmacklich charaktervoller sind zeigen die neuen Kreativbiere. Und auch als Hobbybrauer sollte man sich trauen verschiedene Zutaten auszuprobieren.